Ein Teigklops ist auch nur ein Mensch

Ein Teigklops ist auch nur ein Mensch

Galerie Incontro zeigt hintersinnige und komische kulinarische Kunst VON ANNETTE SCHROEDER ?itorf Griesgrämig schaut der ?rotteig drein, vorwitzig lugt die Aubergine zwischen Blumenkohl und Eiern hervor. Und der Chinakohl mit seinen fransigen Blättern macht einen traurigen Eindruck. Lauter gestandene Charaktere, nur dass sie essbar sind. Jan Ptassek kreiert sie in einer Küche. Zwei Kunststoff-lern und einer Pfanne präsent. Augen in Gemüse oder Teigmasse appliziert- fertig ist das Motiv. Der Eitorfer hat Sinn fürs Skurrile, was er mit seinen witzigen Fotografien „Living food“ in der Galerie Incontro beweist. Bandbreite von Lust bis Ekel „Wir bitten zu Tisch“- unter die – sem Motto hat Carmen Vetere ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler versammelt. „Ich hatte schon lange Lust darauf“ sagt die Galeristin, die selbst gern kocht und Gäste bewirtet. Eröffnet das Thema doch eine Fülle von Möglichkeiten, in die kuliarische Welt mit ihrer Skala von Frische bis Fäulnis, von Lust bis Ekel einzutauchen. Da ist das traditionelle Stillleben, das Bernd David in seinen delikaten Tableaus aufgreift. Kontrastiert gegenüber von den heftigen Pinselstrichen, mit denen Hendrina Krawinkel Melonen und Papageien mit schrillen oder bonbonbunten Farben in Szene setzt wilde Malerei im Stil der 1980er Jahre. Zum Stilleleben des Barock gehörte das Vanitas – Motiv, das sich in Form eines Insekts auf der prallen Frucht niederließ. Bei Ute Krafft ist es der Schimmel, der als fluffig zartes Häubchen die Aubergine krönt oder in Inseln auf der Kürbissuppe schwimmt. So vergänglich wie der Mensch selbst sind auch die Substanzen, die er sich einverleibt. Dauerhaftigkeit suggerieren industrielle Verpackungen:   Warhols legendäre Suppendosen werden zitiert; Moritz Götze eignet sie sich in seinen Aluminiumobjekten neu an. Bei Romero Britto...